Frau im Schlafzimmer – Darstellung körperlicher Ursachen von Blasenschwäche

Ursachen von Inkontinenz bei Frauen

Der Körper einer Frau durchläuft von der Pubertät bis zu den Wechseljahren stetige Veränderungen. Diese können sich manchmal auf die Blasenfunktion auswirken und zu Inkontinenz führen. Wenn du die Ursachen für diese weit verbreitete Erkrankung kennst, kannst du mögliche Auslöser erkennen und deine Harninkontinenz gut in den Griff bekommen.

Was ist Inkontinenz?

Einfach ausgedrückt bedeutet Harninkontinenz, dass du unwillkürlich Urin verlierst. Sie kann vorübergehend auftreten oder länger bestehen. Sie ist weit verbreitet und tritt bei Menschen jeden Alters auf. Die Blasenschwäche äußert sich in verschiedenen Formen, zum Beispiel in Form von plötzlichem Harndrang, belastungsbedingtem Urinverlust oder ständigem Nachtröpfeln.

Welche Arten der Inkontinenz bei Frauen gibt es?

Es gibt fünf häufige Arten von Harninkontinenz, die bei Frauen auftreten können:

Belastungsinkontinenz

Diese Art von Inkontinenz wird oft durch alltägliche Aktivitäten wie Husten, Lachen, Sport oder das Heben schwerer Gegenstände ausgelöst. Dadurch entsteht Druck auf die Blasenmuskulatur, was zu ungewolltem Urinverlust führen kann. Mit rund 48% der Fälle ist die Belastungsinkontinenz bei Frauen die häufigste Form.[1]

Dranginkontinenz

Wie der Name schon sagt, bedeutet Dranginkontinenz, dass du einen plötzlichen und starken Harndrang verspürst, den du nicht kontrollieren kannst. Vielleicht hast du dafür auch schon die Begriffe Reizblase, überaktive Blase oder Dranginkontinenz gehört.

Überlaufinkontinenz

Von Überlaufinkontinenz spricht man, wenn sich die Blase nicht vollständig entleert und dadurch häufiger ungewollter Urinverlust oder Nachtröpfeln auftritt. Ursache dafür ist häufig eine Blockade, die den Urinfluss einschränkt.

Mischinkontinenz

Mischinkontinenz ist eine Kombination aus zwei oder mehr Arten von Inkontinenz, am häufigsten aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Daher kann es bei Aktivitäten, die Druck auf die Blase ausüben, zu ungewolltem Urinverlust und starkem, unerwartetem Harndrang kommen.

Funktionelle Inkontinenz

Bei funktioneller Inkontinenz liegt das Problem nicht an der Blase selbst, sondern daran, dass du es aufgrund psychischer Hemmnisse oder eingeschränkter Mobilität möglicherweise nicht rechtzeitig zur Toilette schaffst.

Manchmal ist es nicht so einfach, herauszufinden, welche Art von Inkontinenz bei dir vorliegt. Es hilft daher sehr, deine Symptome nicht nur mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen, sondern auch, dich selbst so gut wie möglich über die Ursachen weiblicher Inkontinenz zu informieren.

Die fünf häufigsten Ursachen für Inkontinenz bei Frauen

Blasenprobleme bei Frauen können durch viele verschiedene Faktoren verursacht werden. Einige treten jedoch häufiger auf als andere:

Schwangerschaft

Schwangerschaft und Geburt können die Blasenfunktion dauerhaft beeinflussen, da sie den Körper stark belasten. Während der Schwangerschaft übt das wachsende Baby zunehmend Druck auf deine Blase aus. Die Folge sind häufigeres Wasserlassen und ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Inkontinenz nach der Schwangerschaft. Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können sich ebenfalls auf die Elastizität und Stärke deiner Beckenbodenmuskulatur auswirken.

Während der Geburt, insbesondere bei einer vaginalen Entbindung, werden diese Muskeln gedehnt und möglicherweise geschwächt. Ebenso können die Nerven zur Steuerung der Blasenfunktion geschädigt werden. In einigen Fällen kann eine Geburt auch einen Blasenvorfall verursachen, bei dem sich die Blase aus ihrer normalen Position verlagert. Die mögliche Folge: eine Belastungsinkontinenz oder Schwierigkeiten bei der vollständigen Entleerung der Blase.

Eine Inkontinenz nach der Schwangerschaft kann belastend sein, tritt aber meist nur vorübergehend auf. Wenn du Beckenbodenübungen wie Kegels machst, um die Muskeln wieder zu trainieren und zu stärken, solltest du schon bald wieder zur Normalität zurückfinden.[7]

Menopause

Blasenprobleme sind vielleicht nicht das Erste, woran du denkst, wenn du über die Begleiterscheinungen während der Menopause nachdenkst. Ein Rückgang der Geschlechtshormone, insbesondere des Östrogens, kann jedoch zu Inkontinenz in den Wechseljahren führen. Grund dafür ist insbesondere die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur. Das Gewebe rund um deine Vagina und deine Harnwege wird trockener, dünner und verliert an Elastizität. Die Blase lässt sich schwerer kontrollieren. Die Folge kann eine Belastungs- oder Dranginkontinenz bei Frauen sein.[6]

Diese Veränderungen können auch dazu führen, dass du anfälliger für Harnwegsinfektionen (HWI) wirst, eine weitere häufige Ursache weiblicher Inkontinenz. [6]

Die Wechseljahre können eine herausfordernde Zeit sein. Kommt dann auch noch Inkontinenz hinzu, ist das womöglich sehr belastend sein. Die Unterstützung durch dein Umfeld und deine Ärzte kann dir jedoch dabei helfen, deine Wechseljahresbeschwerden in einem Tempo anzugehen, das sich für dich richtig anfühlt.

Harnwegsinfektion

Harnwegsinfektionen (HWI) treten sehr häufig auf: Etwa die Hälfte aller Frauen hat im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine.[8]

Eine Harnwegsinfektion (HWI) entsteht, wenn Bakterien aus dem Verdauungssystem in die Harnwege gelangen und sich dort vermehren, wodurch eine Infektion entsteht. Zu den Harnwegen gehören die Blase, die Harnröhre, die Harnleiter und die Nieren. Die meisten Harnwegsinfektionen (HWI) betreffen den unteren Harntrakt, also Blase und Harnröhre.

In einigen Fällen kann eine Harnwegsinfektion (HWI) auch zu vorübergehender Inkontinenz bei Frauen führen, da Reizungen und Entzündungen der Blase es erschweren können, den Urin zu kontrollieren. Frauen sind anfälliger für Harnwegsinfektionen als Männer, da die weibliche Harnröhre kürzer ist und Bakterien dadurch leichter in die Blase gelangen können.[9]

Faktoren wie Menopause, Schwangerschaft, sexuelle Aktivität und Erkrankungen wie Diabetes können das Risiko für eine Harnwegsinfektion zusätzlich erhöhen.[10]

Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie sich auf die Nieren ausbreiten und schwerere Symptome wie Fieber, Rückenschmerzen und Übelkeit verursachen. Wenn du also Symptome einer Harnwegsinfektion hast, solltest du diese ärztlich abklären lassen.

Es gibt aber keinen Grund zur Panik. Wenn du sie früh erkennst, achte einfach darauf, viel zu trinken, regelmäßig Wasser zu lassen und Blasenreizstoffe zu vermeiden. Das reicht oft schon aus, um die Infektion von selbst abklingen zu lassen. [11]

Wenn es jedoch deine erste Harnwegsinfektion ist oder sich die Symptome nicht innerhalb von zwei Tagen bessern, vereinbare einen Termin mit deinem Arzt.[12]

Wenn du immer wieder unter Harnwegsinfektionen leidest, also zwei oder mehr innerhalb von sechs Monaten oder drei oder mehr innerhalb eines Jahres, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wahrscheinlich wirst du gebeten, eine Urinprobe abzugeben, um die Ursachen festzustellen.[13]

Es gibt jedoch ein paar Dinge, die du tun kannst, um dein Risiko für Harnwegsinfektionen zu verringern. Dazu gehören ausreichend zu trinken, von vorne nach hinten zu wischen und nach dem Sex möglichst bald Wasser zu lassen.[12]

Gesundheitliche Beschwerden

Manchmal kann Inkontinenz bei Frauen auch als Folge bestimmter Gesundheitsbeschwerden auftreten. So können beispielsweise psychische und neurologische Erkrankungen wie Demenz zu funktioneller Inkontinenz führen[3].

Und Übergewicht übt zusätzlichen Druck auf die Blase aus, die Folge ist eine mögliche Belastungsinkontinenz bei Frauen.[4]

Andere Erkrankungen, die eine Inkontinenz bei Frauen begünstigen können, sind unter anderem:[5]

  • Diabetes
  • Operationen im Beckenbereich (zum Beispiel eine Hysterektomie)
  • Schlaganfall
  • Wirbelsäulenverletzungen (insbesondere Rückenmarksverletzungen)
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente (Muskelrelaxantien, Blutdruckmedikamente usw.)
  • Inkontinenz in der Familie

Wenn du glaubst, dass deine Inkontinenz durch eine andere Erkrankung oder eine Nebenwirkung deiner Medikamente verursacht wird, sprich mit deinem Arzt darüber. Vielleicht reicht es schon aus, die Medikamente zu wechseln oder eine laufende Behandlung anzupassen.

Neurologische Beschwerden

Neurologische Beschwerden bedeuten nichts anderes als eine Schädigung der Nerven, die Nachrichten und Signale von deinem Gehirn an verschiedene Teile deines Körpers weiterleiten. Bei der Blase kann eine Schädigung dieser Nerven dazu führen, dass dein Gehirn das Signal, dass deine Blase voll ist, nicht zum richtigen Zeitpunkt sendet. Diese Art von Schädigung kann auch dazu führen, dass sich deine Blase nicht vollständig entleert, was zu Überlaufinkontinenz führt.[2]

Wenn du aufgrund neurologischer Beschwerden unter Inkontinenz leidest, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie, die nicht nur bei Inkontinenz, sondern auch bei anderen Symptomen helfen können.

Was kann ich tun, um meine Inkontinenz in den Griff zu bekommen?

Wenn du nicht weißt, wie du mit Inkontinenz umgehen sollst, kann sie deine Lebensqualität stark beeinträchtigen. Glücklicherweise kannst du trotz Blasenschwäche mit einigen leichten Anpassungen und einfachen Lösungen ein unbeschwertes Leben führen. Denk daran: Manche Arten der Inkontinenz bei Frauen treten nur vorübergehend auf. Deshalb können dir einige der folgenden Methoden helfen, deine Harninkontinenz dauerhaft zu lindern.

Verwende bei leichter Blasenschwäche waschbare Unterwäsche

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Beckenbodenübungen

Die Stärkung der Beckenmuskulatur durch Übungen wie Kegels kann dabei helfen, die Kontrolle über die Blase zu verbessern, Blasenkrämpfe zu reduzieren und die Symptome einiger Arten der Inkontinenz bei Frauen zu lindern.

Um Kegel-Übungen zu machen, spanne die Muskeln an, mit denen du deinen Urin zurückhältst. Halte die Spannung etwa 3–5 Sekunden lang. Entspanne sie anschließend genauso lang. Wiederhole diesen Vorgang 10–15 Mal pro Durchgang. Am besten machst du das etwa 3 Mal am Tag.

Blasentraining

Ziel des Blasentrainings ist es, dass du mehr Urin halten kannst und seltener zur Toilette musst. Diese Methode ist besonders hilfreich bei Drang- und Mischinkontinenz.

Du kannst das Blasentraining ganz einfach selbst durchführen:[14]

  • Führe ein Blasentagebuch über deine Toilettengewohnheiten. Notiere die Zeiten, zu denen du Wasser lässt, sowie eventuelle Urinverluste, um Muster zu erkennen.
  • Erstelle einen Zeitplan für deine Toilettengänge, auch wenn du das Gefühl hast, dass du nicht musst. Es kann einige Versuche erfordern, bis du die regelmäßigen Abstände findest, die für dich funktionieren.
  • Verlängere die Zeit zwischen den Toilettengängen schrittweise in 15-Minuten-Abständen, bis du 3 bis 4 Stunden ohne starken oder plötzlichen Harndrang durchhalten kannst.
  • Wenn du das Bedürfnis verspürst, auf die Toilette zu gehen, atme tief durch, schlage die Beine übereinander oder trainiere deine Beckenbodenmuskulatur mit Kegel-Übungen, um das Wasserlassen hinauszuzögern.

Es ist wichtig, diese Routine konsequent beizubehalten, auch wenn es hin und wieder zu Urinverlust kommt. Wenn du keine Besserung bemerkst, bitte deinen Arzt um Unterstützung bei einem Behandlungsplan und passe deine Routine bei Bedarf an.

Lebensgewohnheiten ändern

Es gibt einige Dinge in deinem Alltag, die dir helfen können, deine Blasenschwäche zu kontrollieren. Je nach Art der Inkontinenz können einige Änderungen der Lebensgewohnheiten die Beschwerden lindern.

Zum Beispiel, indem du Blasenreizstoffe wie Koffein und Alkohol vermeidest. Auch das Aufhören mit dem Rauchen kann hustenbedingten Urinverlust bei Belastungsinkontinenz verringern.

Die Ursachen weiblicher Inkontinenz sind vielfältig und reichen von Schwangerschaft über Menopause bis hin zu gesundheitlichen Beschwerden und Lebensgewohnheiten. Wenn der Umgang mit Inkontinenz Frauen schwer fällt, ist es umso wichtiger, die zugrunde liegenden Ursachen zu kennen, um die eigene Blasengesundheit wieder unter Kontrolle zu bringen. Glücklicherweise gibt es für viele Behandlungsmöglichkeiten, die dir dabei helfen können, deine Blasenschwäche in den Griff zu bekommen. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du dein Wohlbefinden steigern und ein unbeschwertes Leben führen. Ob du dich für Blasentraining entscheidest oder schützende Unterwäsche anziehst – ein Leben ohne Urinverlust ist absolut möglich.

Um Inkontinenz bei Frauen zu lindern, ist es wichtig, die auslösenden Faktoren zu ermitteln. Denn es gibt bestimmte Anlässe und Situationen, die den Verlust kleiner Urinmengen begünstigen. Um deine Blasenschwäche besser kontrollieren zu können, ist es wichtig, mehr über deinen Körper zu erfahren.

Medizinischer Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel enthaltenen medizinischen Informationen dienen lediglich der Information und dürfen nicht für Diagnose- oder Behandlungszwecke verwendet werden. Bitte frage deinen Arzt um Rat, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung hast.

Referenzen

[1] https://www.mayoclinichealthsystem.org/hometown-health/speaking-of-health/treatment-options-for-men-with-urinary-leakage

[2] https://www.nice.org.uk/guidance/cg148/ifp/chapter/urinary-incontinence-related-to-a-neurological-condition

[3] https://www.webmd.com/urinary-incontinence-oab/functional-incontinence

[4] https://www.nhs.uk/conditions/urinary-incontinence/10-ways-to-stop-leaks/

[5] https://www.nhs.uk/conditions/urinary-incontinence/causes/

[6] https://guysandstthomasspecialistcare.co.uk/news/menopause-and-urinary-incontinence/

[7] https://www.nct.org.uk/information/pregnancy/body-pregnancy/10-truths-leaking-urine-pregnancy-and-after-birth

[8] https://womenshealth.gov/a-z-topics/urinary-tract-infections

[9] https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/urinary-tract-infection/symptoms-causes/syc-20353447

[10] https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/urinary-tract-infection/symptoms-causes/syc-20353447

[11] https://www.goodrx.com/conditions/urinary-tract-infection/get-rid-of-uti-fast

[12] https://www.nhs.uk/conditions/urinary-tract-infections-utis/

[13] https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/cystitis/expert-answers/bladder-infection/faq-20057833

[14] https://www.ucsfhealth.org/education/bladder-training